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Soziale, ökonomische und politische Rahmenbedingungen des Rechtspopulismus (CON:17)

Der erste Abend


Am ersten Abend ging es um globale Entwicklungen, die erst die Voraussetzungen zum Aufstieg des Rechtspopulismus geschaffen haben. Dies war nicht das zentrale Thema der Veranstaltung, sollte jedoch immer mitbedacht werden.

Walter Faerber gab eine Übersicht über die großen Linien von den Goldenen Jahren der Nachkriegszeit über das Aufkommen des Neoliberalismus bis zur Blasenökonomie der Gegenwart. Aus Urheberrechtsgründen kann die zugehörige Präsentation nicht veröffentlicht werden; die Aufnahme ist jedoch größtenteils auch so verständlich.

Zum Weiterlesen:

CON:FUSION 2017
Organisatorisches

  • Ort

    Ökumenisches Wohnheim für Studierende, Plankengasse 3, 69117 Heidelberg
    Wegbeschreibung usw.: http://www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/theologie/oek/kontakt.html

  • Ankommen

    Am Donnerstag, 9. März wird ab etwa 16 Uhr jemand vom Team im Haus sein. Wir beginnen mit dem Abendessen um 18 Uhr. Wer schon früher da ist, kann beim Vorbereiten mit anfassen und so mithelfen, die Gemeinschaft dieser Tage entstehen zu lassen.

    Einige Tage vor Beginn schicken wir euch eine Mail, in der wir auch eine Handynummer zur Kontaktaufnahme bei unerwarteten Problemen angeben werden.

  • Abreise

    Wir werden am Sonntag, 12. März morgens miteinander einen Gottesdienst feiern und das Frühstück/Mittagessen dort integrieren. Anschließend ist – gegen 12.30 Uhr – die Veranstaltung zu Ende, d.h. es gibt kein extra Mittagessen mehr.

  • Anreise

    Die Anreise mit der Bahn (Bahnstation: Heidelberg-Altstadt) wird dringend empfohlen. In der Nähe des Tagungsortes gibt es kaum Parkplätze.

  • Unterkunft

    Wir bemühen uns, für einen großen Teil der Teilnehmenden Schlafplätze in der Nähe des Tagungsortes zu organisieren. Wir können jedoch nicht garantieren, dass für jede und jeden eine kostenlose Unterkunft zur Verfügung steht. Es wäre also sehr hilfreich, wenn ihr euch auch selbst auf die Suche nach Schlafplätzen macht. Wenn ihr in der Nähe des Tagungsortes wohnt: könnt ihr evtl. jemand anders in dieser Zeit aufnehmen?

  • Teilnehmerbeitrag

    Der Teilnehmerbeitrag beträgt 70 €. Neben der Tagungsgebühr sind darin 3x Abendessen, 2x Mittagessen und die Verpflegung am Sonntagvormittag enthalten.

Hier kannst du dir das Konzept noch einmal anschauen.

Und hier geht es zur Anmeldung.

CON:FUSION 2017:
Christentum und Rechtspopulismus

Mit dem Brexit und der Wahl Donald Trumps zeigt sich die Möglichkeit eines globalen autoritären Nationalismus. Wie lassen sich diese Phänomene deuten? Welche Rolle soll das Christentum angesichts dieser Entwicklung spielen? Was bedeutet es heute, dass „Gott in Christus war und alle Welt mit sich versöhnt hat“? Auf welche Art ist heute das Versöhnungshandeln Gottes den Mächten und Gewalten (und welche sind es?) zu bezeugen? Und wie sieht eine Praxis aus, in der wir gemeinsam gläubig denken, hoffnungsvoll handeln und liebevoll leben?

Das Format CON:FUSION des Netzwerkes Emergent Deutschland möchte einen Raum schaffen, in dem diese Fragen offen zur Sprache kommen. Eingebettet in einen geistlichen Rhythmus, mit gemeinsame Mahlzeiten und der Gelegenheit zum Feiern soll es vor allem Raum zum Denken und zum Austausch über konkrete Projekte geben.

Dafür nehmen wir uns 4 Tage im Frühjahr 2017 Zeit. Vom 09.-12.03.2017 wird CON:FUSION 2017 in Heidelberg stattfinden.

Zu den organisatorischen Details geht es hier entlang!

Und hier kannst du dich anmelden.

CON:FUSION 2014
Exzentrisch glauben

CON:FUSION 2014 fand am 27.-30. November 2014 in Wabern-Falkenberg statt. Das Thema war “Exzentrisch glauben”.

Aus der Ausschreibung:

Die gängige Version des Christentums erzeugt nicht selten Ohnmacht nach außen und Leiden an biografischen und intellektuellen Widersprüchen innen. Warum ist das so, und was ist die Alternative? Immer wieder kamen wichtige Impulse für einen geistlichen Aufbruch nicht aus den Zentren und den Hierarchien, sondern von den Rändern der Kirche. Was (und wen?) entdecken wir, wenn wir dort hinsehen?

Zwischen Diagnose und Perspektive werden wir an diesen Tagen nach Grundlagen für eine andere Art von Christentum suchen: mit einem gemeinsamen geistlichen Rahmen und Arbeit in der Küche, mit kreativem Schwung und erschreckend anspruchsvoller Theorie. Wir halten das große Bild der Gesellschaft mit ihrer Geschichte und den Mikrobereich der Biografie zusammen. Und wir erwarten, dass sich aus vielen unterschiedlichen Menschen und Erfahrungen etwas Neues erhebt.

Wie das genau aussieht, hängt in hohem Maß von denen ab, die dabei sind und sich mit ihren Fragen, Hoffnungen und Lösungen einbringen. Wir bereiten einen Rahmen vor, in dem viel möglich ist und bieten Impulse an; was davon durch kleine und große Gruppen aufgegriffen wird, darüber entscheiden barcampig die Teilnehmenden mit ihren Interessen.

CON:FUSION 2014 hat drei sich ergänzende Themenschwerpunkte:

Ver- und Entbürgerlichung des Christentums

Auf dem Boden des christlichen Abendlandes ist ein neuer Menschentyp entstanden: der bürgerliche Mensch. Anfänglich eine kleine, oft genug gefährdete Minderheit, hat er sich im 20. Jahrhundert gesellschaftlich durchgesetzt und ist inzwischen dabei, der Welt sein Gesicht zu geben. Bemerkenswert, dass die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft sich ausgerechnet im christlichen Abendland herausbilden konnte, andererseits aber hier auch der Atheismus der Moderne seine Wurzeln hat.
Das weist auf das ambivalente Verhältnis der Moderne zum Christentum hin: während viele ihrer Vertreter persönlich ein enges Verhältnis zum Christentum hatten/haben, stehen Grundannahmen der Moderne – gelinde gesagt – in einem starken Spannungsverhältnis zu Glauben und Kirche(n). Das Bemühen darum, eine bürgerlich akzeptable Version der christlichen Religion zu entfalten, führte zur lähmenden Selbstbeschränkung.
Während das moderne Christentum aufbrach, um die Welt für den Glauben zu gewinnen, machte sich so gleichzeitig eine merkwürdige Schwäche in seinem Kern breit. Dies schlägt sich auch in den persönlichen Leidens- und Zweifelsgeschichten moderner Gläubiger nieder.
Wir wollen miteinander der Frage nachgehen, wie die bürgerliche Moderne das Christentum verändert hat, welche Beschränkungen sie Kirche und Theologie auferlegt hat, wie sich das im subjektiven Erleben und in Biografien niederschlägt und wie ein entbürgerlichter Glaube aussehen könnte.

Zum Entrümpeln hier …

Glauben in der “Flüssigen Moderne”

Wie lassen sich in einer komplexen Welt, in der unser Leben in kurze Episoden, flüchtige Begegnungen und Momente der Lustbefriedigung fragmentiert zu sein scheint, solidarische Beziehungen aufbauen? Wie kann man Gemeinschaften aus Individuen aufbauen, in der sowohl das Leben geteilt wird, als auch für den Fremden einen Platz freigehalten wird? Wie lässt sich der eigene Glaube in einer Weise leben, die nicht einfach Flucht vor den Zumutungen der Gegenwart ist?
Der polnisch-britische Soziologe Zygmunt Bauman, ist mit seinem inzwischen 90 Jahren immer noch einer der führenden Deuter der gegenwärtigen Kultur und Gesellschaft. Dabei geht er von der zentralen Annahme aus, dass wir in einer Zeit leben, in der die Ordnung der stabilen Moderne „verflüssigt“, starre Konzepte in Frage gestellt und mit alten Traditionen gebrochen wird.
Doch ist die Folge dieser Prozesse nicht einfach eine neue Freiheit, sondern die Allgegenwart der Überwachung und der (Selbst-)disziplinierung, neue Ängste, die zum Aufkommen einer neuen Fremdenfeindlichkeit beitragen können und die Unmöglichkeit, über die bestehende Ordnung hinaus zu denken. Sein umfassendes Werk umfasst die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Gesellschaft, Kultur und Gestaltung von Lebensformen, die Frage nach Identität in der Konsumgesellschaft, die Wiederkehr von Nationalismus und die Rolle von Religion in diesen Prozessen.
Angelehnt an Zygmunt Baumans Werk wollen wir uns mit der Frage beschäftigen in welcher Welt wir derzeit leben, welche Herausforderungen uns die „verflüssigte Moderne“ gegenüberstellt, und welche Rolle das Christentum in diesen Prozessen spielt und spielen könnte.

Weiterschwimmen hier …

Verführerische Freiheit und spiritueller Widerstand

Walter Wink hat seine Theologie der “Mächte und Gewalten” unter dem Eindruck diktatorischer, repressiver Regimes und funktionierender gesellschaftlicher Großinstitutionen entwickelt. Erstere sind aus der Weltgeschichte keineswegs verschwunden, letztere haben sich dramatisch gewandelt. Zugleich ist in der “freien Welt” eine völlig neue Gestalt des Herrschaftssystems entstanden. In einem Gastbeitrag für die SZ schrieb Byung-Chul Han kürzlich, heute sei “die systemerhaltende Macht nicht mehr repressiv, sondern seduktiv, das heißt, verführend. Sie ist nicht mehr so sichtbar wie in dem disziplinarischen Regime. Es gibt kein konkretes Gegenüber mehr, keinen Feind, der die Freiheit unterdrückt und gegen den ein Widerstand möglich wäre.”

Wir wollen Freiheit als spirituelle Aufgabe betrachten: Wie finden wir zu einer existenziellen Praxis, die diesen neuen, diffusen Zwängen auf der Grundlage des Evangeliums Widerstand leistet? Was bedeutet es, den Mächten zu “sterben” und unter dem Vorzeichen des Christus neu zu leben? Wie finden wir eine Sprache, die unsichtbare Unterdrückung bewusst macht? Wie gelingt es uns gemeinsam, eine herrschaftsfreie Gegenkultur zu verkörpern? Und was bedeutet das für unsere Rolle in der globalen Konsumgesellschaft?

Wer sich fürs Praktische interessiert …

Thesen zur bürgerlichen Theologie und zur Entbürgerlichung des Christentums

Vorbemerkung:

Dies hier sind Diskussionsthesen. Sie sind arg eingedampft und abkürzend formuliert. Bitte nicht schlagen. In Wabern können wir über alles reden …

Thesen zur bürgerlichen Theologie

  1. Bürgerliche Theologie ist das Resultat der misslungenen Begegnung zwischen der spiritualistisch geprägten vormodernen großkirchlichen Theologie und dem Denken der aufstrebenden bürgerlichen Bewegung am Anfang der Neuzeit.
  2. Bürgerliche Theologie ist der Modus, in dem sich nach dem Sieg der Aufklärung der Hauptstrom des christlichen Denkens im Westen innerhalb des von ihr vorgegebenen Denkrahmens bewegt.
  3. Dieser Denkrahmen fixiert alle Beteiligten dauerhaft auf die Grundzüge der ursprünglichen Konfliktlage und behindert sie so in ihrer Wahrnehmung gegenwärtiger Realität. Er perpetuiert auf beiden Seiten ein spiritualistisches Verständnis des Christentums einschließlich seines materialistischen Spiegelbildes.
  4. Kern der bürgerlich-liberalen Dogmatik ist das Paradigma des rationalen Warentausches ohne Rest: keine nicht-monetären Loyalitäten oder Antagonismen, keine Eingriffe von außerhalb, keine entsprechenden Stories.
  5. Auf dieser Grundlage entstand ein Kosmos bürgerlicher Theologie, der u.a. gekennzeichnet ist durch:
    1. ein deistisches Gottesbild
    2. ein entsprechendes nicht-eingreifendes Kirchenbild
      (Bemühen um Neutralität in gesellschaftlichen Konflikten bzw. kritisch-ironische Distanz)
    3. Separierung der materiellen und der geistlichen Seite der Welt
    4. (Heils-)Individualismus
    5. ein nicht-biblisches Verständnis der biblischen Aussagen über die Macht Gottes
    6. ein ambivalentes Verhältnis (Über- oder Unterbewertung) zur Rationalität und zur Bibel (umgekehrt proportional)
    7. ein ambivalentes Verhältnis zur real existierenden Christenheit
    8. die Bereitschaft zur Übernahme von Fremdzuschreibungen wie veraltet, inkompetent, heuchlerisch
    9. ein geringes Selbstbewusstsein bzw. gebrochenes Vertrauen in die eigenen Sache
    10. das Verbot, die Kriminal- und Repressionsgeschichte der Moderne christlich zu thematisieren
  6. Bürgerliche Theologie existiert in zwei Hauptströmungen: liberal und evangelikal (bzw. positiv, konservativ, fundamentalistisch …). Beide haben den ursprünglichen Konflikt nicht losgelassen: die erste hat sich auf die Seite der Sieger geschlagen, die zweite versucht immer noch, ihn nachträglich zu gewinnen. Bei allen Konflikten zwischen ihnen sind sie durch die unter 5.) benannten übergreifenden Muster verbunden.

Thesen zur Entbürgerlichung des Christentums

  1. Entbürgerlichung i.e.S. bedeutet Befreiung von Theologie und Christenheit aus dem liberal-materialistischen Denkrahmen der Moderne.
  2. Entbürgerlichung i.e.S. muss sich mit einem Kosmos von Theologie, Verhaltensstilen, Organisationskultur und Charakterprägungen gleichzeitig auseinandersetzen.
  3. Zur Entbürgerlichung i.e.S. gehört die Entwicklung eine Weltbildes, das die verborgene, spirituelle Seite der Wirklichkeit ausdrücklich einbezieht und dabei im Dialog mit der modernen Physik bleibt.
  4. Ohne Entbürgerlichung i.e.S. ist keine Erneuerung der Christenheit möglich.
  5. Entbürgerlichung i.w.S. bedeutet Befreiung von Theologie und Christenheit aus der Fixierung auf die neuzeitliche Urszene der Auseinandersetzung von (christlich geprägtem) Feudalismus und (vernunftlegitimiertem) Bürgertum.
  6. Entbürgerlichung i.w.S. erlaubt es Christenheit und Theologie, ihre spiritualistische Prägung aufzugeben.
  7. Entbürgerlichung i.w.S. erlaubt es der Christenheit, im Schutz des Evangeliums eine nicht machtbasierte Identität auszubilden, ohne sie vom permanenten Herrschaftsverdacht untergraben zu lassen.
  8. Entbürgerlichung i.w.S. zentriert Christenheit und Theologie auf geistlich fundierte Lebenspraxis statt auf Lehre.
  9. Entbürgerlichung i.w.S. entzieht dem Dauerkonflikt zwischen Liberalen und Evangelikalen den Resonanzboden.
  10. Entbürgerlichung i.w.S. entlässt auch die Moderne aus dem Zwang, sich die Welt immer wieder im Bild der Urszene deuten zu müssen.
  11. Entbürgerlichung i.w.S. lässt die Wahrnehmung zu, dass postmoderne Herrschaft nicht durch Verbieten, sondern durch Gewähren und im Namen der Freiheit ausgeübt wird.
  12. Ohne Entbürgerlichung i.w.S. können die von der Moderne produzierten Krisen nicht gelöst werden.

CON:FUSION 2014
Organisatorisches

  • Ankommen

    Am Donnerstag, 27. November wird ab etwa 15 Uhr jemand vom Team im Haus sein. Wir beginnen mit dem Abendessen um 18 Uhr. Wer schon früher da ist, kann beim Vorbereiten mit anfassen und so mithelfen, die Gemeinschaft dieser Tage entstehen zu lassen.

    Wir wissen, dass es für einige durch den ungünstigen Termin (den wir ursprünglich anders geplant hatten) schwierig ist, von Anfang an dabei zu sein. Das ist in Ordnung; wir versuchen euch dann so gut wie möglich in den Prozess mit hineinzunehmen. Es wäre aber schön, wenn ihr uns in diesem Fall benachrichtigt, wann ihr dazu stoßt.

    Einige Tage vor Beginn schicken wir euch eine Mail, in der wir auch eine Handynummer zur Kontaktaufnahme bei unerwarteten Problemen angeben werden.

  • Abreise

    Wir werden am Sonntag, 30. November morgens miteinander Gottesdienst feiern und gemeinsam auf die Tage zurückblicken. Anschließend ist – gegen 12.30 Uhr – die Veranstaltung zu Ende, d.h. es gibt kein Mittagessen mehr.

  • Anfahrt

    Zur genauen Lage des Hauses schaut bitte auf die Webseite des Trägers. Der nächste Bahnhof ist Wabern (7 km entfernt); von Kassel braucht man bis dorthin etwa 30 Bahn-Minuten. Das Abholen von Wabern dürfte kein großes Problem sein, wenn ihr uns rechtzeitig mitteilt, wann ihr dort ankommt.

  • Mitbringen

    Bettwäsche und Handtücher müssen wir selbst mitbringen.

  • Internet

    Wir werden ein WLAN organisieren, das auch ans Internet angeschlossen ist und mindestens lokal schnellen Datenaustausch erlaubt. Für Menschen mit mobilen Geräten: Telekom und Vodafone sollen in Falkenberg gut bis sehr gut zu empfangen sein, e-plus mit Einschränkungen.

Zusammenleben

Eine Gemeinschaft, in der sehr unterschiedliche Menschen zusammenkommen und diese Gemeinschaft mitprägen und mitgestalten können, ist mehr als die Summe ihrer Teile. Bei CON:FUSION versuchen wir für eine kurze Zeit so eine Art Gemeinschaft entstehen zu lassen.

Wir werden zusammen leben, denken, gemeinsam gutes Essen kochen und genießen, gemeinsam produzieren, beten und uns miteinander freuen. Christliche Gemeinschaft lässt Neues in unserer Mitte entstehen und weckt neue Talente in uns. Man lernt sich nicht nur beim Nachdenken kennen, sondern auch beim beladen der Spülmaschine. Wir alle wünschen uns eigentlich mehr davon. Weshalb es dabei oft klemmt – auch diese Frage wird in unseren Diskussionen eine Rolle spielen.

Und deshalb wollen wir die Zeit nutzen, um auf eine gute Weise die Tage miteinander zu teilen:

Versorgen

Mit Mittagessen werden wir versorgt, aber für die anderen Mahlzeiten sorgen wir selbst. Den Tisch decken, das Geschirr wegräumen, einkaufen usw. müssen wir selbst, und vor allem: organisieren. Alle sind gefordert.

Genießen

Christen sind Genussmenschen, keine lebensfernen Asketen. Deshalb: Kein Jugendherbergsessen, sondern liebevoll zubereitete Gerichte und Getränke. Das alles ist von der Überzeugung getragen, dass die gemeinsamen Mahlzeiten nicht schiere Notwendigkeit sind, die vom Eigentlichen ablenken, sondern zentraler Bestandteil des gemeinsamen Lebens.

Produzieren

Bei CON:FUSION steht die inhaltliche Auseinandersetzung im Fokus. Dabei geht es nicht einfach darum, nur zu lernen und aufzunehmen. Die Freude, die sich einstellt, wenn man am Entstehen von etwas Neuem beteiligt ist, soll ihren Raum haben: ein neuer Text, ein eigenes Gericht, eine Theaterszene, ein Bild, ein schöner Raum, eine Präsentation, ein Lied, ein Bekenntnis, ein Gedicht, eine Erzählung, die stimmig ist. Am Ende jedes Tages stellen wir uns gegenseitig vor, was wir produziert haben. Wir schätzen es, ermutigen uns gegenseitig und sind sogar offen für Kritik. Vor allem freuen wir uns daran. Aber herauskommen soll dabei schon etwas, und Hand und Fuß soll es haben.

Beten

Geistliche Gemeinschaften sind oft von einem Rhythmus regelmäßiger Unterbrechungen geprägt, der alle immer wieder daran erinnert, sich der Kraft Gottes zu öffnen. Auch wir wollen entdecken, wie Gemeinschaft aus solchen Rhythmen leben kann. Wir wollen uns stören und irritieren lassen von Gott.

Feiern

Wir freuen uns auf das Privileg, einige Tage mit anderen zu verbringen, die auch Grenzgänger und Randgestalten des Mainstreams sind. Wir wollen vorandenken, Wege entdecken und miteinander Neues entstehen lassen. An den Abenden soll Raum sein, an dem jeder etwas aktiv einbringen kann und wir unsere Gemeinsamkeit und Unterschiedlichkeit feiern. Bei gemeinsamen Gesprächen, mit einem Drink, indem man eigene Texte vorträgt, gemeinsam feiert oder einfach alleine den Eindrücken des Tages noch ein wenig nachgeht. Lasst uns eine Kultur der entspannten gegenseitigen Bereicherung erfinden. Ohne Druck und Ambitionen das zusammentragen, was unter uns schon da ist. Gleichzeitig aber auch gemeinsam das Leben, die Gemeinschaft und Gott selbst feiern.

Tagesablauf

Wir stellen uns den Tagesablauf bei CON:FUSION etwa so vor:

08.00 Vorbereiten
08.15 Frühstück
08.45 Morgengebet
09.00 Arbeit
10.00 Morgenplenum
10.30 Gruppenarbeitsphase I
13.00 Mittagessen
15.00 Kaffee
15.30 Gruppenarbeitsphase II
18.00 Abendplenum
19.00 Abendessen
20.00 Gemeinsamer Abend
21.45 Abendgebet
22.00 Ende des offiziellen Programms

Flüssige Moderne (CON:14)

Leben und Glauben in der fluiden Moderne

Wir leben in einer Welt, in der feste Strukturen abgebaut, solide Ordnungen aufgeweicht, Gewissheiten abgetragen und Lebensformen verflüssigt werden. Kurz: in einer Welt der zunehmenden Fluidisierung. So zumindest Zygmunt Baumans soziologische Analyse von Prozessen der Modernisierung unserer Gegenwart. Doch was für eine Elite hochflexibler Modernisierungsgewinner ein Zugewinn an Freiheit bedeutet, bedeutet für viele andere eine grundlegende Entsolidarisierung ihrer Welt, in der jeder die Risiken des Lebens allein tragen muss.

Wie sieht der Ort für christliche Gemeinschaften in einer Welt der Fluidisierung aus, die nicht einfach nur eine “Rückkehr zum Soliden” bedeutet? Wie kann eine Lebensform Gestalt gewinnen, die ganz in die Widersprüche der Gegenwart eingetaucht ist und dennoch solidarische Beziehungen leben kann? Es geht um eine postmoderne Ethik, die die Unordnung aushält, die Ambivalenzen toleriert und die lernt trotz aller Fragmentierung des Lebens verbindlich für andere und mit anderen zu leben.

Wenn ich weiß, wer an diesem Themenstrang Interesse hat, kann ich einen kopierten Reader zur Verfügung stellen.

Die hier versammelten Materialien und Texte sollen bis zum Treffen selbst noch ergänzt und im besten Fall schon vorlaufend diskutiert werden. Sie dienen zur näheren Profilierung des Themas und zur Vorbereitung auf die Diskussion. CON:FUSION 2014 soll ein Prozess sein, in dem die Tagung selbst nur ein Element ist. Es wird aber nicht erwartet, dass alle Teilnehmenden den Stoff vorher bearbeitet haben.

Verführerische Freiheit und spiritueller Widerstand (CON:14)

Themen und Texte:

Die hier versammelten Materialien und Texte sollen bis zum Treffen selbst noch ergänzt und im besten Fall schon vorlaufend diskutiert werden. Sie dienen zur näheren Profilierung des Themas und zur Vorbereitung auf die Diskussion. CON:FUSION 2014 soll ein Prozess sein, in dem die Tagung selbst nur ein Element ist. Es wird aber nicht erwartet, dass alle Teilnehmenden den Stoff vorher bearbeitet haben.